Dissertation Maximilian Grimm

Curbad Cannstatt – Entwicklung der Kurmetropole

Grüne Infrastruktur : Die Ökostadt müssen wir nicht ganz neu erfinden

Dank Vorläufern. Traditionelle Kurstädte sind frühe Beispiele grüner, klimafreundlicher und lebenswerter Stadtentwicklung. Die Kurstädte mit ihren Anlagen vom 18.-20.Jh. sollten für Planungen im Kontext von Klimawandel und Gesundheit heute Vorbild sein. Sind sie aber nicht. Graue Infrastruktur wie Industrie- Brache wird transformiert zu Stadtgrün, Hitzeinseln werden abgekühlt, vertikal und horizontal begrünt, Wärmeenergie mit weißer Infrastruktur reflektiert. Aber ein Bezug zum Ort und seiner Geschichte als Genius Loci fehlt vielerorts. Der vorliegende Beitrag „Curbad Cannstatt“ thematisiert die urbanen Grünanlagen in der historischen und gegenwärtigen Entwicklung. Die Forschungsarbeit brachte eine Fülle von Anregungen zur Weiterentwicklung. Grundsätzlich gilt: Statt kleinteiligen Flickwerks ohne Zusammenhang oder Effekt auf die Umwelt vielmehr echte grüne Lungen zu schaffen, in Form von vernetzten Parkanlagen mit hohen Bäumen, mit mehr entsiegelten Flächen und idealerweise Stadtwald. Um den Wandel zu visualisieren, empfiehlt sich ein künstlerisches Gesamtkonzept.

Blaue Infrastruktur : Stuttgart hat in Europa eines der größten Mineralwassersysteme

Wasser schafft Leben und erfrischt. Doch wo ist das offen sichtbare Wasser, z.B. in Form eines Bachs durch die Altstadt? Oder nach dem Vorbild des Münchener Eisbachs im Park. Im Jahr 1792 wurde von Dr. Frösner in Cannstatt das Flussheilbad erfunden. Bis zum 20. Jh. setzte sich die Industrie durch und der Neckar war bis um 1950 so stark verschmutzt, dass die Flussbäder verschwinden mussten. Nach wie vor bleibt Bad Cannstatt gemessen an seinen Möglichkeiten, wie am natürlichen Wasserreichtum, hinter seinen Möglichkeiten. Trotz schwieriger Herausforderungen ist der Stadtteil innerhalb der Großstadt Stuttgart unter den staatlich anerkannten Kurorten in Deutschland gelistet und hat weiterhin den offiziellen Heilbäder-Status. Ein Ausbau der blauen Infrastruktur ist mehr als angeraten. Es gibt keinen Plan B, doch vielleicht einen Plan Bädermetropole.

Weiße Infrastruktur : Ein Bad kann Stadt

Cannstatt ist die historische Mutterstadt (griech. 'metropolis') Stuttgarts und seit 1905 mit der baden-württembergischen Landeshauptstadt vereinigt. Schon zu Urzeiten sprudelten die Mineralquellen und wurden aufgesucht. Die Römer nutzten das heilsame Quellwasser ebenso wie spätere Siedler. Im 19. Jahrhundert wurde Cannstatt dann zum internationalen Kurort entwickelt, entsprechende Kuranlagen geschaffen und die Kur (lat. 'cura') lockte zahlreiche Gäste aus dem Ausland und aus dem Adel an den Neckar. Der älteste und bevölkerungsreichste Stuttgarter Stadtbezirk ist seit dem 20. Jh. vielmehr für seine industrielle Wirtschaftskraft und als Autostadt bekannt. Dennoch ist Stuttgart grün. Künftig sollte besonders nachhaltig investiert werden. Weiße Kurarchitektur ist nicht senil, sondern Inspirationsquelle. Heute gibt es enormes Potenzial zur Entwicklung einer Kurmetropole, Bad Cannstatt bedeutet auch: Ein Bad kann Stadt! Der Stadtname ist ein sprechender Name, ein sogenanntes Aptonym. Klimaresiliente Maßnahmen mit grüner, blauer und weißer Infrastruktur sind die gesunde Urbanisierung mit Zukunft und machen eine Stadt lebenswert. Drei Bausteine auf dem Weg zur Metropolentwicklung.

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Siehe auch: (Aktualisiert am 24.03.2023)

https://de.wikipedia.org/wiki/Klimaresilienz

https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Infrastruktur

https://www.youtube.com/watch?v=LIAhXEUJQBg

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